Mehr als nur die Umwelt?

Nachhaltig­keit

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. ūüí¨ Aber was genau ist das eigentlich und wo findet es statt? Auf dieser Seite suchen wir nach den Ur¬≠spr√ľngen ūüí• des Begriffs und zeigen dir, dass er mehr als nur eine ge¬≠sunde Natur beschreibt.

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01 - Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Die Basics

02 - Nach-was?

Ein Begriffs­ausflug

Nachhaltig¬≠keit bedeutet, dass etwas lang¬≠fris¬≠tig er¬≠halten bleibt und wirkt. Es geht also darum, dass auch nach¬≠folgende Ge¬≠ne¬≠ra¬≠tio¬≠nen gut auf diesem Pla¬≠neten le¬≠ben k√∂nnen. Manche be¬≠schrei¬≠ben es als Handlungsprinzip Das sind grund¬≠legende Aus¬≠sagen da¬≠r√ľber, wie jede*r zu han¬≠deln hat, um ein Ziel zu er¬≠reichen. zur Nut¬≠zung von Ressourcen Eine Ressour¬≠ce ist ein nat√ľr¬≠licher Be¬≠stand von etwas, dass vom Men¬≠schen genutzt wird. Bei¬≠spiele sind Was¬≠ser, Er¬≠de oder Luft. . Es wer¬≠den so¬≠mit ver¬≠schie¬≠dene Re¬≠geln auf¬≠ge¬≠stellt (Hand¬≠lungs¬≠anweisungen), um Nach¬≠haltig¬≠keit zu er¬≠rei¬≠chen. ūüďú

Beispiel gef√§llig ‚Ěď Ein Wald ist dann nach¬≠hal¬≠tig, wenn nur so vie¬≠le B√§u¬≠me ge¬≠f√§llt wer¬≠den, wie nach¬≠wachsen. ūüĆ≥ ūü™ď ‚ĚĆ ūüĎČ Das Ziel ūüéĮ: Der Wald soll f√ľr im¬≠mer Holz ab¬≠wer¬≠fen und einen ge¬≠sun¬≠den Baum¬≠be¬≠stand ha¬≠ben!

‚Ěó Die na¬≠t√ľr¬≠liche Re¬≠generations¬≠f√§hig¬≠keit des Wal¬≠des wird er¬≠hal¬≠ten. Gleich¬≠zeitig kann Holz ge¬≠nutzt wer¬≠den. ‚Ěó

Die Annahme ūü§Ē: Das √Ėko¬≠sys¬≠tem kann eine ge¬≠wis¬≠se Ressourcen¬≠nutzung dauer¬≠haft aus¬≠hal¬≠ten, ohne Scha¬≠den zu neh¬≠men. Anders¬≠herum gesagt ‚ܙԳŹ: Die un¬≠kontrol¬≠lierte Nut¬≠zung von Res¬≠sour¬≠cen f√ľhrt zum Ver¬≠lust der Res¬≠sour¬≠ce.

Heute ist "Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit" ein Be¬≠griff, der h√§u¬≠fig ge¬≠nutzt wird, um dem Kli¬≠ma¬≠wan¬≠del zu be¬≠gegnen. ‚öĒÔłŹ Aber Ach¬≠tung ‚ö†ÔłŹ: Es gibt nicht nur die √∂ko¬≠logi¬≠sche Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit, son¬≠dern auch die so¬≠zi¬≠ale und √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche Nach¬≠haltig¬≠keit. Die¬≠se fin¬≠dest du weiter un¬≠ten im 3-S√§ulen-Modell be¬≠schrie¬≠ben.

¬Ľ Es gibt keinen Planeten B! ¬ę
Fridays For Future
03 - Alles Umwelt oder was?

Drei Di­mensionen der Nach­haltig­keit

Oft wird sich in Bezug auf Nach¬≠haltigkeit auf √∂ko¬≠logische As¬≠pek¬≠te be¬≠zo¬≠gen. ūüĆŅ Das Drei-S√§ulen-Modell ūüŹõÔłŹ und auch das Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keits¬≠dreieck ūüĒļ ge¬≠hen da wei¬≠ter und nen¬≠nen ins¬≠gesamt drei Di¬≠men¬≠sio¬≠nen, die rele¬≠vant sind:

√Ė¬≠ko¬≠logie: Um¬≠welt und Tie¬≠re ūüź¨

So¬≠ziales: Mensch und die Ge¬≠sell¬≠schaft ūüĎ©‚Äćūü¶Ĺūüßć‚Äć‚ôāÔłŹ

√Ė¬≠ko¬≠nomie: Wirt¬≠schaft ūüíį

Wie S√§u¬≠len tra¬≠gen die drei ge¬≠nannten Pun¬≠kte Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit und zwar gleich¬≠be¬≠rech¬≠tigt. Keine E¬≠be¬≠ne ist wich¬≠tiger als die an¬≠de¬≠ren. Es ist die Re¬≠de von nach¬≠hal¬≠ti¬≠ger Ent¬≠wicklung, wenn alle drei Di¬≠men¬≠sionen be¬≠ach¬≠tet werden. Schau¬≠en wir uns die drei S√§u¬≠len mal ge¬≠nau¬≠er an ūüĒé:

3 Säulen Modell NEU

Die ökologische Nachhaltigkeit

Bei der √∂¬≠ko¬≠lo¬≠gi¬≠schen Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit wird der Fo¬≠kus auf die Na¬≠tur und die Um¬≠welt ge¬≠legt. Ziel ist es, den Pla¬≠ne¬≠ten ūüĆé zu sch√ľ¬≠tzen und da¬≠mit zum Bei¬≠spiel auch die Ar¬≠ten¬≠viel¬≠falt ūüźÖūüź®ūüź≥ zu si¬≠chern. Es soll¬≠ten nur Roh¬≠stof¬≠fe ver¬≠braucht wer¬≠den, bei de¬≠nen sich der Be¬≠stand wieder rege¬≠neriert ūüĆĪ, da¬≠mit auch in Zu¬≠kunft ge¬≠nug ver¬≠f√ľg¬≠bar sind.

Bei¬≠spie¬≠le f√ľr Um¬≠welt¬≠schutz sind: ‚Ė™ÔłŹ Vor¬≠beu¬≠gung von Na¬≠tur¬≠zer¬≠st√∂¬≠rung - zum Bei¬≠spiel durch Ar¬≠ten¬≠schutz ūüźľ

‚Ė™ÔłŹ Wieder¬≠her¬≠stel¬≠lung von Na¬≠tur - zum Bei¬≠spiel von Fl√§¬≠chen, die land¬≠wirt¬≠schaft¬≠lich ge¬≠nutzt wur¬≠den ūüĆ≤

ūüéĮ Ziel: Schutz der Ar¬≠ten¬≠viel¬≠falt und Flo¬≠ra und Fau¬≠na Bei¬≠spie¬≠le f√ľr Kli¬≠ma¬≠schutz sind:

‚Ė™ÔłŹ Nutzung von er¬≠neuer¬≠baren Ener¬≠gien - zum Bei¬≠spiel durch Wind¬≠r√§¬≠der ūüƨԳŹ

‚Ė™ÔłŹ Pro¬≠duk¬≠tion von Konsum¬≠g√ľ¬≠tern vor Ort - zum Bei¬≠spiel beim An¬≠bau von Le¬≠bens¬≠mit¬≠teln ūüćÖ

ūüéĮ Ziel: Vorbeu¬≠gung der glo¬≠ba¬≠len Erd¬≠er¬≠w√§r¬≠mung!

Bei¬≠den Be¬≠grif¬≠fen geht vo¬≠raus, dass der Mensch ei¬≠nen ent¬≠schei¬≠den¬≠den Ein¬≠fluss auf das Kli¬≠ma und die Um¬≠welt hat. ‚ö†ÔłŹ Ach¬≠tung: Oft werden die Be¬≠grif¬≠fe Um¬≠welt¬≠schutz und Kli¬≠ma¬≠schutz in einem A¬≠tem¬≠zug ge¬≠nannt. ūüėģ‚Äćūüí® Aber: Ein Wind¬≠rad sch√ľtzt zwar durch die nach¬≠hal¬≠tige E¬≠ner¬≠gie¬≠ge¬≠winnung das Klima ūüĎć, wenn die Wind¬≠r√§¬≠der je¬≠doch V√∂¬≠gel t√∂¬≠ten, scha¬≠det das der Um¬≠welt. ūüĎé

Die soziale Nachhaltigkeit

Im Mit¬≠tel¬≠punkt der so¬≠zi¬≠alen Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit steht der Mensch ūüßć und die Ge¬≠sell¬≠schaft. Alle Men¬≠schen sol¬≠len ein men¬≠schen¬≠w√ľr¬≠di¬≠ges Le¬≠ben haben. Das meint zum Bei¬≠spiel die Ach¬≠tung der Men¬≠schen¬≠rech¬≠te, Gleich¬≠be¬≠rech¬≠ti¬≠gung, Bil¬≠dung, aber auch Chan¬≠cen¬≠gleich¬≠heit und die Ver¬≠tei¬≠lung von Ar¬≠beit. Dem¬≠nach wird sich bei der so¬≠zi¬≠alen Nach¬≠haltig¬≠keit auch f√ľr Frie¬≠den ūüēäÔłŹ und gegen Ar¬≠mut, Aus¬≠beu¬≠tung ūüĎ•, Skla¬≠ve¬≠rei und Kin¬≠der¬≠ar¬≠beit ein¬≠ge¬≠setzt. ūüí™ Die Idee ist, dass ei¬≠ne Ge¬≠sell¬≠schaft nur (sozial) nach¬≠haltig ist, wenn sie ge¬≠recht ist.

Neh¬≠men wir das Bei¬≠spiel Ein¬≠kom¬≠men. ūüíį

Wenn alle Men¬≠schen aus¬≠rei¬≠chend Geld ver¬≠die¬≠nen, ist das ge¬≠recht. Denn so k√∂n¬≠nen sich alle am so¬≠zia¬≠len und kul¬≠tu¬≠rel¬≠len All¬≠tags¬≠le¬≠ben be¬≠tei¬≠ligen. Wir k√∂n¬≠nen uns eine gu¬≠te me¬≠di¬≠zi¬≠ni¬≠sche Ver¬≠sor¬≠gung lei¬≠sten, ins Ki¬≠no ge¬≠hen und Din¬≠ge kau¬≠fen. ūüėč

An¬≠ders¬≠herum ‚ܙԳŹ: Wenn vie¬≠le Men¬≠schen we¬≠nig Geld ver¬≠die¬≠nen, k√∂n¬≠nen sie nicht rich¬≠tig und gleich¬≠be¬≠rech¬≠tigt am ge¬≠sell¬≠schaft¬≠lichen Le¬≠ben teil¬≠neh¬≠men. Das ist un¬≠ge¬≠recht und so¬≠mit nicht so¬≠zial nach¬≠hal¬≠tig. ‚ėĻ

Die ökonomische Nachhaltigkeit

Ein Un¬≠ter¬≠neh¬≠men will Ge¬≠win¬≠ne er¬≠zie¬≠len...das ist lo¬≠gisch. ūüíį √Ėko¬≠no¬≠mi¬≠sche Nach¬≠haltig¬≠keit be¬≠deu¬≠tet gu¬≠tes Wirt¬≠schaf¬≠ten. Es sol¬≠len lang¬≠fris¬≠tige Stra¬≠te¬≠gien ‚ě°ÔłŹ ver¬≠folgt wer¬≠den, an¬≠statt kurz¬≠fris¬≠tig Kas¬≠se zu ma¬≠chen. ūü§Ď Die √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche Nach¬≠haltig¬≠keit be¬≠zieht sich aber nicht nur auf Un¬≠ter¬≠neh¬≠men. Auch f√ľr Staaten - also auch Deutsch¬≠land - ist die¬≠se Di¬≠men¬≠sion rele¬≠vant. L√§n¬≠der sol¬≠len m√∂g¬≠lichst we¬≠nig Staats¬≠schul¬≠den ūüíł an¬≠h√§u¬≠fen, um zu¬≠k√ľnf¬≠tige Ge¬≠ne¬≠rati¬≠onen nicht zu be¬≠las¬≠ten.

Bei¬≠spiel ge¬≠f√§llig ‚Ěď

Ein Un¬≠ter¬≠neh¬≠men stellt ein Pro¬≠dukt her und wirft die Abfall¬≠produkte Ein Abfall¬≠produkt ist ein Stoff oder Ge¬≠gen¬≠stand, der bei der Pro¬≠duk¬≠tion ent¬≠steht und kei¬≠nen wei¬≠te¬≠ren Nutzen darstellt. weg. ūüóĎ Dann ent¬≠wickelt es aber ein Sys¬≠tem, wie das Abfall¬≠pro¬≠dukt wieder¬≠ver¬≠wen¬≠det wer¬≠den kann. Es wird re¬≠cycelt. ‚ôĽÔłŹ So¬≠mit hat das Unter¬≠nehmen eine Stra¬≠tegie ent¬≠wi¬≠ckelt, wie es gut wirt¬≠schaf¬≠ten und res¬≠sour¬≠cen¬≠scho¬≠nend ar¬≠bei¬≠ten kann. ‚úĒ

04 - Super, mit den Dimensionen...oder?

Das Modell im Check

Die Mei¬≠nun¬≠gen zum Drei-S√§ulen-Modell und dem Drei¬≠eck der Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit sind ge¬≠mischt. Wir ha¬≠ben ein¬≠mal ein paar Gr√ľn¬≠de da¬≠f√ľr und da¬≠gegen raus¬≠gesucht:

Pro ‚úÖ

‚Ė™ÔłŹ Das Modell zeigt, dass Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit viel¬≠schich¬≠tig ist und nicht nur auf √Ė¬≠ko¬≠lo¬≠gie be¬≠zo¬≠gen wer¬≠den soll¬≠te.

‚Ė™ÔłŹ Es macht deut¬≠lich, dass es vie¬≠le Fak¬≠to¬≠ren f√ľr ei¬≠ne nach¬≠hal¬≠tige Ent¬≠wick¬≠lung braucht.

Contra ‚ĚĆ

‚Ė™ÔłŹ Es wer¬≠den kei¬≠ne kon¬≠kre¬≠ten L√∂¬≠sungen o¬≠der We¬≠ge auf¬≠ge¬≠zeigt, wie die An¬≠spr√ľ¬≠che er¬≠reicht wer¬≠den k√∂n¬≠nen.

‚Ė™ÔłŹ Man¬≠che fin¬≠den, dass nicht alle drei Di¬≠men¬≠sio¬≠nen gleich¬≠rangig sind. Bei¬≠spiels¬≠weise sa¬≠gen sie, dass der Fo¬≠kus mehr auf der Wirt¬≠schaft und we¬≠ni¬≠ger auf un¬≠se¬≠rem √Ė¬≠ko¬≠sys¬≠tem liegt.

‚Ė™ÔłŹ An¬≠dere Be¬≠rei¬≠che wie Po¬≠li¬≠tik o¬≠der Kul¬≠tur wer¬≠den nicht be¬≠ach¬≠tet.

04 - Die gr√ľne Alter¬≠native zum 3-S√§ulen-Modell

Das Vorrang­modell

Das Vor¬≠rang¬≠modell nimmt eine ein¬≠deu¬≠tige Ge¬≠wichtung vor: √Ėko¬≠logie ūüĒä vor So¬≠ziales ūüĒČ vor √Ėko¬≠nomie ūüĒą.

Wer¬≠fen wir noch¬≠mal kurz einen Blick zur√ľck auf das Drei-S√§ulen-Modell: Dort wird von einer schwa¬≠chen Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit ge¬≠spro¬≠chen, da sie nicht wich¬≠tiger ist, als die so¬≠ziale und die √∂ko¬≠no¬≠mi¬≠sche Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit.

Bei¬≠spiel dazu: Wenn ein Skate¬≠park ge¬≠baut wird und da¬≠f√ľr ein a¬≠lter Baum¬≠be¬≠stand wei¬≠chen muss, dann ist das ok. Denn so k√∂nnen jun¬≠ge Men¬≠schen ihrem Hob¬≠by nach¬≠gehen und die so¬≠ziale Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit ist ge¬≠st√§rkt ūüėé. Auch das lo¬≠ka¬≠le Un¬≠ter¬≠neh¬≠men freut sich √ľber einen Bau¬≠auf¬≠trag ūü§Ď. Dies f√∂r¬≠dert die √∂¬≠ko¬≠no¬≠mische Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit.

Aus Sicht des Vor¬≠rang¬≠mo¬≠dells ist dies der fal¬≠sche An¬≠satz ūüõĎ. Ganz ein¬≠fach: Ohne Um¬≠welt und Na¬≠tur keine so¬≠ziale Sta¬≠bi¬≠li¬≠t√§t. Und ohne so¬≠ziale Sta¬≠bili¬≠t√§t kei¬≠ne √∂ko¬≠no¬≠mische Sta¬≠bi¬≠li¬≠t√§t.

Wenn sich die ver¬≠schie¬≠denen E¬≠be¬≠nen der Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit ge¬≠gen¬≠√ľber¬≠stehen, ge¬≠winnt im¬≠mer die √Ėko¬≠logie. ūüĎä Das nennt man star¬≠ke Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit.

Kurz gesagt: √Ėkologie, √Ėkologie, √Ėkologie.

‚Ěó Achtung: Auch die¬≠ses Mo¬≠dell wird kri¬≠ti¬≠siert, zum Bei¬≠spiel da¬≠f√ľr, dass die Um¬≠welt vor dem So¬≠zi¬≠alen kommt und so¬≠mit die Na¬≠tur wich¬≠tiger er¬≠scheint, als so¬≠ziale Fra¬≠gen, wie Ge¬≠rech¬≠tig¬≠keit.

Vorrangmodell
05 - Und was sagt die Politik dazu?

Die politische Dimension

Eine Kritik am 3-S√§ulen-Modell lau¬≠tet, dass die po¬≠li¬≠ti¬≠sche E¬≠bene nicht be¬≠ach¬≠tet wird. Des¬≠halb wer¬≠fen wir jetzt einen Blick auf die po¬≠li¬≠ti¬≠sche Di¬≠men¬≠sion! ūüí™

Die Po¬≠litik trifft Ent¬≠schei¬≠dungen. Da¬≠mit tr√§gt sie da¬≠zu bei, dass Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit (nicht) "aus¬≠ge¬≠f√ľhrt" wird. ‚Ė∂ÔłŹ‚ŹĻÔłŹ Sie be¬≠ruft sich da¬≠bei auf ver¬≠schie¬≠de¬≠ne Zie¬≠le, die sie sich selbst ge¬≠setzt hat, durch die Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keits¬≠stra¬≠tegie Durch die Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keits¬≠stra¬≠tegie wer¬≠den die Zie¬≠le f√ľr nach¬≠hal¬≠tige Ent¬≠wi¬≠cklung (SDG) der Ver¬≠einten Na¬≠ti¬≠onen in eine na¬≠tio¬≠nale Stra¬≠tegie um¬≠ge¬≠setzt. Da¬≠zu z√§h¬≠len etwa Frie¬≠den, Ge¬≠schlech¬≠ter¬≠gleich¬≠heit und Ma√ü¬≠nah¬≠men zum Kli¬≠ma¬≠schutz. .

ūüéĮ Das Ziel ist klar: Eine nach¬≠hal¬≠ti¬≠ge Ent¬≠wicklung, da¬≠mit auch in Zu¬≠kunft Menschen gut und ger¬≠ne in Deutsch¬≠land le¬≠ben m√∂ch¬≠ten ‚úĆÔłŹ Da¬≠bei ist es nicht im¬≠mer ein¬≠fach, eine Ent¬≠schei¬≠dung zu tref¬≠fen, denn es gibt ver¬≠schie¬≠dene Di¬≠men¬≠sionen, die unter¬≠schied¬≠liches Han¬≠deln er¬≠for¬≠dern.

Bei¬≠spiel ge¬≠f√§llig ‚Ěď

Es soll in einer Stadt eine neue Skate­hal­le ent­ste­hen.

‚ěē Vor¬≠teil: Jugend¬≠liche k√∂n¬≠nen ska¬≠ten und ein lo¬≠ka¬≠les Un¬≠ter¬≠neh¬≠men kann die Hal¬≠le bau¬≠en.

‚ěĖ Nach¬≠teil: Es m√ľs¬≠sen B√§u¬≠me ge¬≠f√§llt wer¬≠den und um¬≠lie¬≠gen¬≠de Be¬≠woh¬≠ner*innen st√∂rt der L√§rm.

Nun kommt die Poli¬≠tik ins Spiel ūü¶Ļ Sie muss ab¬≠w√§¬≠gen zwi¬≠schen den Di¬≠men¬≠sio¬≠nen. Ent¬≠schei¬≠det sie sich f√ľr die Ju¬≠gend¬≠li¬≠chen (so¬≠ziale Nach¬≠hal¬≠tig¬≠keit) und das Unter¬≠neh¬≠men (√∂ko¬≠nomi¬≠sche Nach¬≠haltig¬≠keit) oder f√ľr die B√§u¬≠me (√∂ko¬≠lo¬≠gi¬≠sche Nach¬≠haltig¬≠keit) und die Be¬≠woh¬≠ner*innen (so¬≠ziale Nach¬≠haltigkeit)? Gar nicht so einfach.

Am En­de ist es im­mer ein Aus­hand­lungs­prozess Das beschreibt einen Pro­zess, bei dem unter­schiedliche Ziele gegen­einander aus­gehandelt werden. . Wer oder was ge­winnt, hängt von vie­len ver­schie­denen Fak­toren ab, z. B. wer ent­schei­det, wo das pas­siert und zu wel­chem Zeit­punkt.

06 - Und wie sieht das rechtlich aus?

Nachhaltigkeit mit Recht!

Klimaschutzgesetz

Das Klima¬≠schutz¬≠ge¬≠setz ist ein deu¬≠tsches Bun¬≠des¬≠ge¬≠setz. Da¬≠rin wer¬≠den die Kli¬≠ma¬≠schutz¬≠ziele der Bun¬≠des¬≠re¬≠gie¬≠rung gesetz¬≠lich fest¬≠geschrie¬≠ben. ūüéĮ

Dazu zäh­len:

‚ěĖ bis 2030 mindestens 55 % we¬≠niger Treib¬≠haus¬≠ga¬≠saus¬≠sto√ü (bis 2050 100% we¬≠niger)

‚ěē bis 2050 60% mehr er¬≠neu¬≠er¬≠ba¬≠re Ener¬≠gien

Das √ľber¬≠ge¬≠ord¬≠nete Ziel ist es, den An¬≠stieg der glo¬≠ba¬≠len Durch¬≠schnitts¬≠tem¬≠pe¬≠ra¬≠tur m√∂g¬≠lichst auf 1,5 Grad Cel¬≠sius ūüĆ°ÔłŹ zu be¬≠gren¬≠zen.

Und das geht so: Es gibt ver¬≠schie¬≠de¬≠ne Be¬≠rei¬≠che, wie etwa den Ver¬≠kehr, die Land¬≠wirt¬≠schaft und die E¬≠ner¬≠gie¬≠wirt¬≠schaft, die be¬≠son¬≠ders viel CO2 aus¬≠st√∂√üt. Das Kli¬≠ma¬≠schutz¬≠ge¬≠setz bestimmt, dass diese Be¬≠rei¬≠che je¬≠des Jahr weniger CO2-Aussto√ü pro¬≠du¬≠zie¬≠ren m√ľs¬≠sen. ‚öĖÔłŹ So wird auf lan¬≠ge Zeit das Kli¬≠ma ge¬≠sch√ľtzt und die Kli¬≠ma¬≠schutz¬≠zie¬≠le ein¬≠ge¬≠hal¬≠ten. ūüĎć

Nachhaltigkeit als Staatsziel

Wusstest du, dass Nach¬≠haltig¬≠keit auch als Staats¬≠ziel im Grund¬≠gesetz zu finden ist? ūü§Ē

‚ĚóWichtig: Staatsziele sind keine Grund¬≠rechte! Sie k√∂nnen also nicht vor einem Gericht ein¬≠geklagt werden. ‚ĚĆ

ūüďú In Artikel 20a hei√üt es: ''Der Staat sch√ľtzt auch in Ver¬≠antwortung f√ľr die k√ľnftigen Ge¬≠nerationen die nat√ľrlichen Lebens¬≠grund¬≠lagen und die Tiere im Rahmen der verfassungs¬≠m√§√üigen Ordnung durch die Gesetz¬≠gebung und nach Ma√ü¬≠gabe von Gesetz und Recht durch die voll¬≠ziehende Gewalt und die Recht¬≠sprechung."

ūüĎČ die √∂kologische Nachhaltigkeit!

ūüďú In Artikel Artikel 109 Abs. 2 hei√üt es zudem: "Bund und L√§nder er¬≠f√ľllen ge¬≠meinsam die Ver¬≠pflichtungen (...) zur Ein¬≠haltung der Haus¬≠halts¬≠disziplin und tragen in diesem Rahmen den Er¬≠fordernissen des gesamt¬≠wirtschaft¬≠lichen Gleich¬≠gewichts Rechnung."

ūüĎČ die √∂konomische Nachhaltigkeit!

Parlamentarischer Beirat f√ľr nachhaltige Entwicklung

Ein Beirat ist eine Gruppe von Ex¬≠pert*innen, die zu einem Thema ber√§t. Oft hat ein Beirat eine Kontroll¬≠funktion und spricht Emp¬≠fehlungen aus. ūüó£ÔłŹ Jedoch wird nicht direkt an Ent¬≠scheidungen mit¬≠gewirkt. So ist es auch bei dem Beirat f√ľr nach¬≠haltige Entwicklung. ‚ėĚÔłŹ

Der Beirat hat die Aufgabe, Gesetze zu √ľber¬≠pr√ľfen. ūüßź Wird also ein Gesetz im Bundes¬≠tag be¬≠schlossen, pr√ľft der Beirat, ob es die nach¬≠haltige Ent¬≠wicklung f√∂rdert. Als Grund¬≠lage dienen die 17 Ziele der Vereinten Nationen f√ľr nach¬≠haltige Entwicklung Das sind politische Ziele der Vereinten Nationen (UN), welche weltweit eine nach¬≠haltigen Ent¬≠wicklung sicher¬≠stellen sollen. Dazu ge¬≠h√∂ren unter anderem saubere Energie, Geschlechter¬≠gleicheit und nach¬≠haltiger Konsum. und die Ziele der deutschen Nach¬≠haltigkeits¬≠strategie.

ūüéĮ Das Ziel ist es, dass Gesetze immer die drei Ebenen der Nach¬≠haltig¬≠keit beachten und somit dazu bei¬≠tragen, dass kommende Ge¬≠nerationen in etwa die gleichen Lebens¬≠verh√§ltnisse haben wie heute.

‚Ěó Wichtig: Der Beirat hat lediglich eine be¬≠ratende Funktion und die Emp¬≠fehlungen sind rechtlich nicht bindend.

07 - Droht die √Ėko-Diktatur?

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