Wirtschaft und Nach­haltig­keit

Neo-Ökologie

Es ist einfach, sich beim Thema "Wirt­schaft und Nach­haltig­keit" ganz klein zu fühlen. 😶 Wer von uns lei­tet schon einen großen Kon­zern und fällt Ent­schei­dungen, die in einer Se­kunde zu tonnen­weise mehr Ver­packung oder zu faireren Arbeits­be­dingungen führen können? 🤯 Warum es sich trotz­dem lohnt, mit­zu­reden und welche Be­griffe du dabei kennen solltest, er­fährst du hier. 😎

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01 - Linearwirtschaft als Problem

Alles hat ein Ende

Das vorherrschende Modell unserer Wirt­schaft ist die Linear­wirtschaft. ➡️ Oder ein­facher gesagt: „Weg­werf­wirt­schaft🗑

1️⃣ Am Anfang steht die Pro­duktion 🔧 einer Ware, z.B. eines Smart­phones. 📱 Hier­für müssen ver­schiedene Materialien Ein Smartphone be­steht unter anderem aus Kunst­stoff und einer Viel­zahl von (seltenen) Me­tallen, z. B. Kupfer, Eisen und Zinn, aber auch Ko­balt, Gallium und Iridium. ver­wendet werden. 2️⃣ Nachdem die Ware, also das Smart­phone, pro­duziert ist, kaufst du es im Laden oder in einem Online-­Shop und be­nutzt es einige Zeit Nur 13% der Deutschen ver­wenden ihr Smart­phone länger als 2 Jahre. . 3️⃣ Wenn du das Smart­phone nicht mehr brauchst oder es einfach kaputt ist, wirfst du es in die Mülltonne. ⛔️ Das Problem: Die ein­ge­setzten Re­ssourcen landen nach der Nutz­ung in der Tonne. Eine Wieder­ver­wendung ist aus­ge­schlossen. 👎 Jedoch gibt es nicht un­endlich viele Re­ssourcen auf unserer Erde.

Linearwirtschaft
02 - Kreislauf­wirtschaft als Lösung

Alles ist im Fluss

Die Idee bei der Kreis­lauf­wirtschaft ist genau das Gegen­teil: Pro­dukte und Roh­stoffe werden möglichst lange ge­nutzt, 🔄 zum Bei­spiel durch Ver­mei­dung von Ab­fällen, Wieder­ver­wendung oder Re­paratur. 🛑 Wenn das nicht geht, werden sie in ihre Ausgangs­stoffe, also Roh­stoffe, zer­legt und re­cyclet. 👍

🎯 Das Ziel: Den Lebens­zyklus von Roh­stoffen ver­längern. Dabei werden Pro­dukte bereits so de­signt, dass sie möglichst lange halten, re­cylcet oder wieder­ver­wendet werden, eine geplante Obsoleszenz Dies bedeutet der ge­plante Ver­schleiß eines Pro­duktes. Der Her­steller eines Pro­duktes plant das Ver­alten eines Pro­duktes (Obsoleszenz) so, dass es innerhalb einer ge­wissen Zeit kaputt geht. Die Idee dahinter ist, dass mehr Pro­dukte verkauft werden können. ist dabei Ver­gangenheit. 👋

✅ Vorteile dabei können sein:

▪️ Weniger Abbau von Re­ssourcen bedeutet weniger C02-Aus­stoß und das ist gut für das Klima 🌍

▪️ Viele Ressourcen sind end­lich, somit be­deutet weniger Ressourcen­verbrauch, dass wir über einen längeren Zeit­raum Re­sourcen zur Ver­fügung haben ⏲️

▪️ Wiederver­wendung spart Geld 💰

Kreislaufwirtschaft
»2050 wird nie­mand mehr un­ge­zügeltes Wirtschafts­wachstum als Maß­stab für Wohl­stand betrachten.«
Claudia Kemfert, Klima­ökonomin
03 - Nachhaltigkeit neu denken

Megatrend Neo-­Ökologie

Auf den ersten Blick scheinen Wirt­schaft und Nach­haltig­keit zwei ent­gegen­gesetzte Be­griffe zu sein. In der Wirt­schaft werden zum Bei­spiel oft viele Re­ssourcen ver­braucht, was nicht gut für die Um­welt ist. 👎 Doch das muss nicht sein. 💡 Das be­sagt zu­mindest die Neo-­Ökologie.

In der Ökologie wird sich mit der Be­ziehung zw­ischen mensch­lichem Handeln und der Um­welt aus­einander­gesetzt. 👨👩 🌱☀️ Neo be­deutet neu. Der Begriff Neo-­Ökologie be­schreibt also eine neue Mensch-­Umwelt-­Beziehung.

So soll eine neue Art des Handelns ent­stehen - also eine nach­haltige - denn das ist besser für die Um­welt. 🌍 Ob indi­viduelle Kauf­ent­scheidung 🛒, gesell­schaft­liche Handlungs­moral 🧑🤝🧑 oder Unter­nehmens­strategien. 🏭 Alles wird unter die Lupe ge­nommen und soll ver­ändert werden. 🔎

In der Neo-­Ökologie gibt es viele wichtige Be­griffe. Ein paar davon stellen wir euch jetzt vor!

04 - Endlich mitreden können

Die Buzzwords

Green Tech

Green Tech oder Green Tech­nology ist ein Ober­begriff für jede Art von Inno­vation, die eine nach­haltige Zu­kunft unter­stützt. Wenn zum Beispiel daran ge­forscht wird, Autos mit Ver­brennungs­motor über­flüssig zu machen, ist das Green Tec. 👩‍🔬 Die Strom­produktion eines Wind­rades ge­schieht eben­falls auf der Grund­lage von grüner Tech­nologie.

Immer mehr Unter­nehmen haben ein höheres Umwelt­bewusst­sein und ent­wickeln ressourcen­schonende Techno­logien. 💯

Greenwashing

Greenwashing bezeichnet die Strategie von Unter­nehmen, sich durch ge­schicktes Marke­ting als be­sonders umwelt­freundlich und nach­haltig dar­zustellen, sich also grün zu waschen. 👥

Das zu erkennen ist gar nicht so einfach und das ist auch so ge­wollt. Da bleibt einem nur, sich genau zu infor­mieren! 💡

Greenwashing ist zum Bei­spiel,

▪️ ...wenn das Kern­geschäft des Unter­nehmens an sich umwelt­schädlich ist - Beispiel Fast Fashion Das bezeichnet ein Geschäfts­modell in der Textil­industrie, bei dem Kollekt­ionen trend­bezogen schnell pro­duziert und zu niedrigen Preisen ver­kauft werden. Das fördert die Kurz­lebigkeit von Mode und führt zu mehr Müll­pro­duktion. 👕 oder Kreuz­fahrten🚢 - da kann noch so oft be­worben werden, wie nach­haltig das Unter­nehmen ist, im Kern ist es das nicht.

▪️ ...wenn für Selbst­verständlich­keiten Wer­bung ge­macht wird - Beispiel: Wenn bei Mineral­wasser groß be­worben wird, dass es vegan ist... dabei ist Mineral­wasser immer vegan, auch wenn es nicht extra auf der Flasche steht. 🌊

▪️ ...wenn mit einem Gütesiegel Das sind grafische oder schrift­liche Produkt­kenn­zeichnungen, die eine Aus­sage über die Qualit­ät eines Pro­duktes machen sollen, etwa das ein Produkt vegan ist oder bio­logisch her­gestellt wurde. ge­worben wird, dafür aber andere (negative) Aspekte unter den Tisch ge­kehrt werden 🧹- Beispiel: Ein Unter­nehmen für Bio­baum­wolle, das zwar auch wirklich Bio­baum­wolle anbaut, aber ihre Mit­arbeitenden unter menschen­unwürdigen Arbeits­bedingungen leiden. 😔⛓️

Um Green­washing zu er­kennen, braucht es ein gutes Auge 🧐 und die Bereit­schaft, Dinge zu re­cherchieren und zu hinter­fragen. ❓

Sharing Economy

Das Prinzip ist nicht neu… aber es gibt einen mo­dernen Be­griff dafür: Sharing Economy. Auf Deutsch: Die Wirt­schaft des Teilens. Ziel ist es, dass nicht mehr jeder alles be­sitzt, sondern Gegen­stände auch ge­teilt und ver­liehen werden können. 🧐 Das spart Re­ssourcen und soll auch den Zusammen­halt in der Gesell­schaft för­dern. 👍 Ein Bei­spiel dafür sind Bohr­maschinen. Warum soll jeder Haus­halt 🏠 eine Bohr­maschine be­sitzen, wenn sie doch nur an ganz wenigen Tagen im Jahr ge­braucht wird? 🤷 Auch Autos können ge­teilt werden (= Car­sharing) 🚙.

So ganz kritiklos ist das aber auch nicht. ☝ Vom Grund­satz her ist zum Bei­spiel auch Airbnb Teil der Sharing Economy – gegen Be­zahlung 💸 können dort Woh­nungen von Privat­personen ge­mietet werden. Dabei geht es aber oft nicht darum, anderen Men­schen günstig eine Über­nachtungs­möglichkeit zu bieten, sondern es dient vor allem dem Geld ver­dienen. 💰 Die Folge: In manchen Städten steigen die Mieten, weil Ver­mieter*innen ihre Woh­nungen lieber teuer für einzelne Nächte an Touristen ver­mieten, anstatt sie Dauer­bewohner*innen zur Ver­fügung zu stellen. 📈☹

Sinn-Ökonomie

In der Sinn-Ökonomie wird unter­schieden zwi­schen dem Sinn und dem Grund eines Unter­nehmens oder einer Arbeit. Viele Unter­nehmen haben einen Grund, denn sie stellen ein Pro­dukt her 🏭 oder eine Person geht arbeiten, um Geld zu ver­dienen. 💰 Einen Sinn macht es laut der Sinn-­Ökonomie erst, wenn ein Unter­nehmen oder eine Person/­Arbeits­kraft Inno­vationen voran­treibt und eine gesell­schaftliche und öko­logische Ent­wicklung er­möglicht. 💯

Wenn jemand eine Grüne Techno­logie (z.B. Wind­kraft oder Elektro­autos) voran­treibt oder anderen Menschen hilft, dann macht es einen Sinn. 🤩 In der Sinn-­Ökonomie geht es also nicht um Wirtschafts­wachstum und Profit 🤑🚫, sondern um soziale und öko­logische Werte. ☺️🌱

Am Ende soll das dazu führen, dass die Wirt­schaft nach­haltiger und sozialer wird, denn das macht mehr Sinn, als weiter­hin die Umwelt zu be­schädigen.

Rebound-Effekte

„Rebound“ heißt auf Deutsch „zurück­prallen“. 🪃 Im Bereich der nach­haltigen Wirt­schaft be­schreibt es den An­stieg des Energie­verbrauchs auf­grund einer Effizienz­steigerung. Das klingt zunächst paradox, denn wenn ein Produkt weniger Strom ver­braucht, ist das eigent­lich öko­logischer. 😕 Wenn sich aber durch dieses Wissen, das Konsum­verhalten so ver­ändert, dass das Produkt viel häufiger ge­nutzt wird, kann es dazu führen, dass am Ende mehr Strom ver­braucht wird.

Ein weiteres Beispiel: Wenn jemand weniger Kilo­meter mit dem Auto 🚗 und dafür mit dem Fahr­rad fährt, 🚲 spart das Geld. Wenn dieses Geld aber dazu ge­nutzt wird, um in den Urlaub zu fliegen ✈️, dann ist das ein Rebound-­Effekt, da am Ende eine un­öko­logische Hand­lung (Auto fahren) durch eine noch-­un­ökologischere Handlung (Flug­reise) ersetzt wird. 👎

05 - Und warum das Ganze?

Alles neu, alles besser?

Die Neo-Ökologie ist wichtig, denn sie be­schreibt Ver­änder­ungen, die von Ge­sell­schaft 🙆 über Wirt­schaft 🏭, bis hin zum Konsum 🛒 reichen.

🎯 Das Ziel: Eine nach­haltige Wirt­schaft. 🌱💰

Das funktioniert aber nur, wenn viele Dinge passieren: Zum Bei­spiel braucht es Men­schen, denen die Um­welt und das so­ziale Mit­ein­ander wichtig sind (Sinn-­Ökonomie), die ihr Eigen­tum mit anderen teilen (Sharing Economy) und weniger Müll ver­brauchen (Kreis­lauf­wirtschaft) oder im Bereich der Er­neuer­baren Ener­gien ar­beiten (Green Tech).

Erst wenn unter­schied­liche Aspekte zusammen­kommen, kann eine nach­haltige Wirt­schaft er­reicht werden. ✅

Noch nicht ver­standen? Dann sieh dir das fol­gende Video an. 📽️

06 - Neo-Ökologie in unter 10 Minuten

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